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KIM'S ERFAHRUNGSBLOG:

„Applied Theatre“ aus Student*innenperspektive

Seit nun etwas mehr als einem Monat studiere ich „Applied Theatre – künstlerische Theaterpraxis und Gesellschaft“ an der Universität Mozarteum und habe in dieser kurzen Zeit schon an vielen tollen Seminaren und Workshops teilnehmen dürfen. In diesem neuen und ersten Jahrgang sind wir vier Student*innen, wodurch die Studienatmosphäre eine angenehme und intensive ist. Von Vorteil ist, dass wir durch diese Größe in einem sehr engen Austausch miteinander und auch mit unseren Dozent*innen stehen und aktiv den Studienrahmen mitgestalten können.

Noch vor dem Semester hatten wir die Möglichkeit mit den Schauspielstudent*innen aus dem ersten Jahrgang an dem Kurs „Neutrale Maske“ bei Christian Sattlecker teilzunehmen. Dadurch bekamen wir einen spannenden, praktischen Einblick in die Methode nach Jacques Lecoq und lernten zudem schnell die anderen Student*innen des Thomas-Bernhard-Instituts kennen. Bei Christian haben wir Applied-Theatre-Student*innen weiterhin wöchentlich einen Kurs, in dem wir uns praktisch mit Methoden aus dem Feldenkrais auseinandersetzen.
Jeden Morgen beginnen mit einem Warm-Up bei Sheri Avraham, um unseren Körper wachzurütteln und Warm-Up-Ideen für eigene Anleitungsprozesse zu bekommen. Ein Highlight des Studiengangs stellt das Theaterlabor X dar, in dem wir unter der Begleitung des Dozenten Andreas Steudtner mit Theaterbegeisterten jeglichen Alters jeden Dienstagabend zusammenkommen und künstlerische Ideen ausprobieren.
Wir haben überdies Seminare zum „Devising Theatre“ bei Ulrike Hatzer, zur „Dramaturgischen Praxis“ bei Christoph Lepschy und zur „Angewandten Theorie“ bei Kai Ohrem. Diese Kurse nützen uns insbesondere für unsere Eigenprojekte, da wir uns auf verschiedenen Ebenen mit Anfangs- und Leitungsfragen auseinandersetzen.
Momentan stecken wir in der Konzeptions- und Durchführungsphase für unsere Projekte, im Dezember wird es dann ein kleines Showing geben. Inhaltlich werden wir vier Student*innen sehr unterschiedliche Themen behandeln, die vom Queerfeminismus über die vermeintliche Stadt-Land-Dichotomie bis hin zum Klimawandel und zur Angst reichen. Wir führen die Projekte zwar einzeln durch und suchen uns die Performer*innen selbst, erhalten aber super Unterstützung durch unsere Studiengangsleiterin Ulrike Hatzer und haben durch die Infrastruktur des Mozarteums freien Zugang zu Technik, Material und Räumen, die wir für die Realisierung der Projekte benötigen.

Da unser Studiengang international ausgerichtet ist, werden Kurse von Gastdozent*innen angeboten, die in englischer Sprache stattfinden. Mit dem Theaterwissenschaftler Babafemi Folorunso von der University of Scotland haben wir uns in einem dreitägigen Blockseminar mit der Theateranthropologie und postkolonialen Theorien beschäftigt. Diese Theorien sind für die Entwicklung des gegenwärtigen Theaters essenziell, sodass es großartig war, mit diesem Seminar in das Studium einzusteigen.
Vor zwei Wochen haben wir an einem Tanzworkshop bei Annika Tudeer teilgenommen. Annika ist Mitglied in dem finnischen Performancekollektiv Oblivia und hat diesen Workshop im Rahmen des tanz_hous festivals in der ARGEkultur angeboten. Wir haben die „Do-What-You-Saw“-Methode kennengelernt, die das Kollektiv entwickelt hat. 

Wie Ihr seht, haben wir einen sehr vielfältigen Alltag, der zugleich fordernd und erfüllend ist und sehr viel Spaß bereitet. Falls Ihr Euch für dieses Masterstudium interessiert und Euch im kommenden Jahr bewerben wollt, schaut doch immer mal wieder hier auf der Webseite nach: Wir halten Euch mit weiteren Beiträgen auf dem Laufenden!