Februar 2020
Auf in die Semesterferien


Das erste Semester ist geschafft! Wie Ihr vermutlich wisst, vergeht die Zeit in einem intensiven Strudel an Aktivitäten sehr schnell, sodass ich jetzt erst dazu gekommen bin, diesen zweiten Blogeintrag zu verfassen. 
Es ging aufregend daher: Am 6. Dezember haben wir mit diversen Redebeiträgen, Performances, Lesungen, Open Classes und zwei Dancefloors unsere Räume eröffnet und einen grandiosen Einstieg gefeiert. Einige Freund*innen, Mitstudierende und Dozierende haben uns schon im Vorfeld unterstützt und gemeinsam mit weiteren Interessierten und Bekannten haben wir einen schönen Abend verbracht. 

Eine Woche später fand das erste Zeigen unserer Eigenprojekte statt: Die Zuschauer*innen konnten Salzburg im Rahmen eines Audiowalks aus einer anderen Perspektive wahrnehmen oder auf einer der Probebühnen unseres Institutes in die Ängste eines Gürteltiers eintauchen. Im Theater im Kunstquartier wurde die vermeintliche Dichotomie von klassischer, nahezu „zarter“ Musik und der Grobheit des bäuerlichen Alltags aufgelöst und in einer Performance mit anschließender Installation die Möglichkeit geboten, sich mit dem Zusammenhang von Feminismus und Klimawandel auseinanderzusetzen. 
Im Januar gingen wir nach einem produktiven Feedback noch einmal an die Projekte heran, arbeiteten sie technisch, dramaturgisch oder konzeptionell aus, sodass beim zweiten Zeigen von Armela und Leonie zum Beispiel weitere Performer*innen auf der Bühne standen als noch im Monat zuvor. 
Ich denke, wir Student*innen haben eine Menge in Bezug auf Arbeitsstrukturen, Anforderungen an sich selbst und von außen, Zeitmanagement und Kommunikation mit Mitwirkenden gelernt, aber auch an welche künstlerischen, professionellen und persönlichen Grenzen wir hin und wieder stoßen. 
Neben der Vorbereitung unserer Eigenprojekten fanden einige Seminare weiterhin regelmäßig wöchentlich statt: Wir gewöhnten uns zunehmend an die Anleitung des Theaterlabors X und bekamen somit eine gewisse Leichtigkeit darin. 
In der „Angewandten Theorie“ gingen wir vertieft den Fragen nach, wer wann und wie spricht, in welchen Gesellschaftsformen wir leben und wie sich dies historisch entwickelt hat – Gilles Deleuze und Donna Haraway sind hier nur zwei Schlagworte. 
Christian Sattleckers Seminar zum Feldenkrais wurde abgelöst von Susanne Litschauer, die mit uns ein Stimmtraining basierend auf Kristin Linklater durchführte. Dies stellte ein hohes Bewusstsein für Körper und Stimmer her und half uns insbesondere beim Zeigen für unsere Bühnenpräsenz. 
Zusätzlich dazu nahmen wir an Blockseminaren teil. Im November hatten wir in einer Woche gleich zweimal Besuch von Gastdozent*innen: Zuerst lernten wir in einem Seminar mit dem Belgier Georg Weinand neue Feedbackformaten kennen. Im Seminar zeigten wir uns vorherige künstlerische Arbeiten voneinander und konnten uns zudem passendes Feedback auf die aktuellen Arbeitsprozesse geben. 
Silke Merzhäuser und Julia Roesler von der werkgruppe2 aus Braunschweig brachten uns Formen des Dokumentartheaters und Interviewstrategien näher. In diesem Seminar sind Kurzperformances entstanden, die sich mit dem gemeinsam ausgewählten Überthema „Körper“ beschäftigten und am Ende des Wochenendes zunächst im internen Rahmen aufgeführt wurden. Die Arbeit mit Silke und Jule hat uns immens für unseren Studienprozess geholfen: So wurden die Performances beispielsweise beim ersten Zeigen eigenständig noch einmal aufgeführt oder aber Teile davon nutzbar für die Eigenprojekte. Zum Ende des Semesters hatten wir ein spannendes, theoretisches Seminar bei Sheri Avraham in Bezug auf politische Kunst. In diesem beleuchteten wir den Begriff der Utopie in der Kunst und lernten auf der anderen Seite, anhand des Textes „The Undercommons – Fugitive Planning & Black Study“ gegebene Strukturen an Universitäten zu hinterfragen und zu unterlaufen. 
Sheri hat uns zudem eine Kurzeinführung in die Grundlagen von Photoshop gegeben, welches uns beispielsweise für die Gestaltung von Flyern nützlich werden kann. Mit unserer Studiengangsleiterin Ulrike Hatzer nahmen wir uns das Theater von Augusto Boal vor. In theoretischer und praktischer Auseinandersetzung drangen wir innerhalb von zwei Tagen an den Kern eines persönlichen Konflikts vor und erkannten aufgrund der theatralen Methode eine mögliche Problemlösung.