von August Strindberg - Deutsch von Heiner Gimmler

Diplominszenierung von René Braun

Das junge Künstlerpaar Dolf und Tekla verbringt seine Ferien in einem Hotel am Meer. Als Tekla für ein paar Tage verreist, bekommt Dolf Besuch von einem Unbekannten, der ihm sehr genau zuhört, wenn er von seiner außergewöhnlichen Ehe mit der emanzipierten, aufstrebenden Künstlerin spricht. Der Unbekannte sät Zweifel und überzeugt Dolf schließlich davon, er stehe im Schatten von Teklas erster Ehe und sei von ihr lediglich benutzt worden, um ihre Unabhängigkeit zu sichern. Bei Teklas Rückkehr wirft Dolf ihr vor, er habe sich für sie aufgeopfert und sei nie behandelt worden, wie es ihm als Mann zustehe. Als Tekla später jenem Unbekannten begegnet, erkennt sie in ihm ihren Ex-Mann Gustaf wieder, den sie für Dolf und ein Leben als Künstlerin verließ. Jetzt fühlt sie sich von seiner selbstsicheren männlichen Art angezogen. Als sie bereit ist, sich ihm hinzugeben, erklärt er seiner verletzten Ehre genüge getan und lässt sie fallen. Zu spät erkennt sie die Intrige, als Dolf, der die beiden beobachtet hat, von einem heftigen Nervenzusammenbruch geschüttelt ins Zimmer stürzt und zu ihren Füßen zusammenbricht.

In Strindbergs Einakter Gläubiger finden sich viele Parallelen zum Leben des Autors und seinen außergewöhnlichen Liebesbeziehungen zu Frauen, die er vergötterte und gleichzeitig in ihnen das absolut Böse zu identifizieren versuchte. So verkündete der Mann, der sich zu starken und emanzipierten Frauen hingezogen fühlte und der einmal bereit war, sein Leben für seine erste Ehefrau zu opfern, das weibliche Geschlecht bestehe aus bösartigen Halbaffen, denen man wegen Unzurechnungsfähigkeit das Wahlrecht aberkennen müsse. Gläubiger lebt von dieser tiefen Zerrissenheit zwischen der Hingabe an eine aufgeklärte Liebe und der Sehnsucht nach der patriarchalischen Kontrolle des vorletzten Jahrhunderts. Strindberg verdichtet den Kampf der Geschlechter und das Ringen um die Freiheit in der Liebe zu einem intensiven Kammerspiel.

Besetzung

Regie, Bühne, Kostüm: René Braun
Dramaturgie: Michael Raab

Es spielen:
Tekla: Theresa Palfi
Gustaf: Paul Schaeffer
Dolf: Johannes Lange

Termine

02. März 2012, 20:00 Uhr Premiere

03. März 2012, 20:00 Uhr

07. März 2012, 20:00 Uhr

08. März 2012, 20:00 Uhr

09. März 2012, 20:00 Uhr

10. März 2012, 20:00 Uhr