Von unserer Wohnung in der Haydnstraße sah man direkt in die Franz-Josefs-Kaserne, die mit jüdischen Flüchtlingen vollgestopft war, den sogenannten Displaced persons, kurz DPs. (Marko M. Feingold)

 

Es ist ein Stück vergessene Salzburger Stadtgeschichte: Das imposante Gebäude in der Paris-Lodron-Str. 9, ehemals Franz-Josefs-Kaserne, heute Sitz des Thomas-Bernhard-Instituts für Schauspiel und Regie der Universität Mozarteum, war 1945-1947 ein jüdisches Flüchtlingslager: „Camp Herzl“. Bis zu 2000 Flüchtlinge waren dort untergebracht und warteten auf die Möglichkeit zur Ausreise: nach Südamerika, in die USA und – illegal – nach Palästina. Sie waren Teil eines gigantischen Flüchtlingsstroms, der Hunderttausende auf der Suche nach einer neuen Heimat durch Salzburg führte. Auf der Flucht aus Europa.

 

Österreichische, deutsche und israelische Studierende des Mozarteums und der Universität Tel Aviv sind den Spuren der damaligen Flüchtlinge nachgegangen und haben mit zahlreichen Zeitzeugen in Österreich und in Israel gesprochen. Dabei führte die Reise in die 70 Jahre zurückliegende Nachkriegszeit auch in die eigenen Familiengeschichten. Entstanden ist ein vielstimmiges persönliches Stück  Zeitgeschichte, ein Abend über falsche und echte Hochzeiten, wechselnde Identitäten, gefälschte Papiere, illegale Grenzübertritte, wahre Freundschaft und das kollektive Vergessen.

 

Ein dokumentarisches Theaterprojekt über jüdische Flüchtlinge in Salzburg 1945-1947 in deutscher, hebräischer und englischer Sprache, gefördert von Stadt und Land Salzburg. 

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Besetzung

Künstlerische Leitung: Christine Umpfenbach, Dedi Baron, Paul Brodowsky, Christoph Lepschy

Von und mit: Anton Andreew, Tobias Artner, Nuphar Barkol, Zeynep Bozbay, Asaf Hameíri, Yael Katzman, Yaara Lokits, Gadi Magram, Anna-Maria Rieser, Julius Schulte, Ealeal Semel, Lee Shati 

Ein Kooperationsprojekt zwischen der Universität Tel Aviv und der Universität Mozarteum Salzburg 2015

 

Termine

24. Juli 2015, 20:00 Uhr im Theater im KunstquartierPremiere

25. Juli 2015, 20:00 Uhr im Theater im Kunstquartier

26. Juli 2015, 20:00 Uhr im Theater im Kunstquartier