Dokumentarische Theaterprojekte von Regiestudierenden des 2./3. Jg. am Thomas-Bernhard-Institut der Universität Mozarteum

 

Wie kommt die Wirklichkeit ins Theater? In den letzten Jahren ist die Kunst des Dokumentarischen nicht nur im Theater wiederentdeckt worden. Als "Experten des Alltags" betreten in zahlreichen Produktionen längst auch Menschen die Theaterbühnen, die nicht Schauspieler sind, sondern die Aufführungen mit persönlichen und beruflichen Erfahrungen aus ihrer jeweiligen Lebenswelt prägen. 5 Regiestudierende am Thomas-Bernhard-Instituts der Universität Mozarteum haben eine Reihe solcher Aufführungen erarbeiten und dabei ausgreifende Expeditionen in die Wirklichkeit ihrer unmittelbaren Umgebung unternommen.

Das gemeinsame Thema "Fremdkörper", das sowohl physische als auch soziale Definitionen kennt, diente dabei als assoziative Stütze ebenso, wie als Reibungsfläche entlang der die ersten Ideen befragt und geprüft werden konnten.

 

tot. EINE REISE

Ein Abend, erarbeitet von jenen, die Tag für Tag auf den Tod treffen – und für diejenigen, die ihm eines Tages begegnen werden.

Haben Sie Angst vor dem Tod und seit welchem Lebensjahr? // Was tun Sie dagegen? // Haben Sie keine Angst vor dem Tod, aber Angst vor dem Sterben? // Möchten Sie unsterblich sein? // Möchten Sie wissen, wie Sterben ist? // Was stört Sie an Begräbnissen? // Wenn Sie gerade keine Angst haben vor dem Sterben: weil Ihnen dieses Leben gerade lästig ist oder weil Sie gerade den Augenblick genießen? // Haben Sie Freunde unter den Toten? // Wenn der Atem aussetzt und der Arzt es bestätigt: sind Sie sicher, dass man in diesem Augenblick keine Träume mehr hat? // Wieso weinen die Sterbenden nie?
(Max Frisch, Fragebogen)

10. und 11. Mai 2016, 20.00 Uhr Theater im KunstQuartier

Regie /
Carmen Schwarz

Mit // Georg Amering, Alexander Buchbauer, Antonia Uli Kreis, Ellen Üblagger, Christian Wieser

 

ZUKUNFT

Eine Theateraktion mit älteren und jüngeren Menschen aus Salzburg.

Am 21.Oktober 2015 landete Marty McFly 1989 in "Zurück in die Zukunft" in der Zukunft. Eine Zukunft voller Hoverboards, fliegenden Autos und selbstbindenden Schuhen.

Heute, fast ein halbes Jahr nach dem realen 21.Oktober 2015, haben wir die Schwerkraft noch immer nicht überwunden. Und auch wenn Nike den Selbstbindenden Schuh erst ende des Jahres auf den Markt bringt, können wir uns nicht über die Zukunft i der wir leben beschweren, denn eine Erfindung konnte der Film nicht voraussagen: Das Internet. In Windeseile hat das WorldWideWeb einen Siegeszug angetreten, den nur wenige vorausgeahnt haben.

Zusammen mit Technologien wie dem Smartphone beherrschen neue Medien unser Leben. Egal ob Arbeit, Freizeit, Kommunikation oder das verbreiten von News und Wissen: praktisch kein Teil unseres Leben ist frei von Digitalem.

Doch wie geht es jetzt weiter? Wie sehen wir heute unsere Zukunft? Müssen wir Angst haben? Können wir uns freuen?

Wir schauen in die Zukunft, und zurück, denn schliesslich ist heute auch schon Zukunft.

12.05.2016, 20:00 Uhr im Theater im KunstQuartier

Regie / Mattia Cedric Meier

 

Domovina, кући, Heimat

Kann man die Liebe eigentlich teilen?

verkitscht, haltgebend, verfälscht und ins märchenhafte entrückt, realistisch, verklärt, unentrinnbar, romantisch emotional verbunden, fluchtversuche, klammer, stütze, sinnsuche, vertraut, krallen, verloren

12. Mai 2016, 22:00 Uhr Treffpunkt Theater im KunstQuartier

Von und mit / Milena Mönch, Janja Peko, Dragan Peko, Adis Serifovic, Amila Sijamija, Admir Trakic

 

OBJEKTIVIERT UNS!

Ein Projekt von und mit Menschen mit Beeinträchtigung aus dem Raum Salzburg.

Haben wir es schon in den Kopf eines anderen Menschen geschafft? - in das Gehirnareal, das für Phantasien (wir meinen sexuelle) zuständig ist? Und wenn nicht, wie verschaffen wir uns denn dort Zutritt? Und würde das Bild unseres eigenen Körpers überhaupt in das Lustareal unseres eigenen Gehirns gelangen, wenn dieses in einem anderen Kopf auf einem anderen Körper stecken würde? Klopf, klopf. Was sind denn da überhaupt für Bilder im Kopf der anderen und in unseren eigenen? Und können wir die irgendwie entsorgen?

13.Mai 2016, 18:30 Uhr, Theater im KunstQuartier

Regie / Konrad Wolf

Mit // Christina Kaser und Richard Schäfer

 

URBI ET ORBI

Multimediales Open-Air Dokumentartheaterprojekt gegen Klimawandel, Imperialismus und für einen neuen Zugang zur Welt.

Der Parcours URBI ET ORBI schafft eine entkolonialisierende Perspektivierung und Dechiffrierung des Klimawandels durch die Expertisen und Aktivismen seiner Akteure. Anders als die Stadt Salzburg bis zum Jahre 2050, wird die Welt selbst nicht erneuerbar sein. Jede Kerbe, die wir in sie hineinschlagen, bleibt ihr und entfaltet früher oder später – global – ihre Rückkopplung. In Zeiten rassistischer wie imperialer Abschottungspolitiken ohne Weitsicht enthüllt URBI ET ORBI Weltbezüge, in denen Haftung unausweichlich und Handeln nötig wird.

13. und 14. Mai 2016, jeweils um 20:00 Uhr, Dauer etwa 2h

TREFFPUNKT! "Museum der Moderne"-Liftgebäude oben Eintritt kostenfrei Lift muss bezahlt bzw. Aufgang selbst bestritten werden

Regie/Konzeption: Tom Müller

Mit folgenden ExpertInnen & AktivistInnen:
Ibrahim Abdul Rahman, Ahmed Ahmed, Mostafe Ahmed, Abdulwahhab Alfaghiri Alanzi, Khaled Alfaghiri Alanzi, Mohamad Aljamal, Sophia Burtscher, Nuri Darwish, Hans Eder, Brigitte Flucher, Alan Hajmusa, Qudnat Hashimi, Ziuaddin Jadgari, Ehsan Jakubi, Mohamed Ahmed Jama, Isabella Klien, Kurt Krammer, Rainer Limpöck, Maida Mehmedovic, Adi Mesanovic, Sevi Mesanovic, Roswitha Müller, Zabihullah Nawabi, Thomas Neff, Johann Neumayer, Jama Omar, Waltraud Prothmann, Erik Schnaitl, Süheyl Serin, Caner Sunar, Dialeta Sylejmani, Roman Türk, Darian Anderson Worrell, David *Ho Zehnter

Förderung: NET, RES, Free Energy und das Umweltressort des Bundeslandes Salzburg

 

 


 

Inszenierungen

 

Leitung:
Ulrike Hatzer

Regiearbeiten von: 

Carmen Schwarz, Mattia Cedirc Meier, Milena Mönch, Konrad Wolf, Tom Müller

Termine

tot. Eine Reise, Dienstag, 10.+11.05.2016 jeweils 20 Uhr, Theater im KunstQuartier
Zukunft, Donnerstag, 12.05.2016, 20 Uhr, Theater im KunstQuartier. 
кући. Heimat auf serbisch, Donnerstag, 12.05.2016, 22 Uhr, Theater im KunstQuartier
Objektiviert uns!, Freitag, 13.05.2016, 18:30 Uhr, Theater im KunstQuartier
Urbi et Orbi, Freitag, 13.+14.05.2016, 20 Uhr, auf dem Mönchsberg, Treffpunkt: Liftgebäude oben