von Bertolt Brecht

 

Im indischen Kilkoa gerät der einfache Hafenpacker Galy Gay an eine Gruppe britischer Soldaten, die bei einer Tempelplünderung ihren vierten Kameraden verloren haben. Um beim Appell vollzählig zu erscheinen, rekrutieren sie den zuvorkommenden Arbeiter Galy als neuen Soldaten für den bevorstehenden Krieg und verwandeln ihn in eine brutale Kriegsmaschine.

Bertolt Brecht schrieb zwei Fassungen seines Stückes „Mann ist Mann“, 1924 und 1938. Während er in der früheren Version dem Erstarken des Individuums in der Masse noch etwas Positives abgewinnen konnte, steht die bei uns aufgeführte Überarbeitung von 1938, die Brecht unter den Eindrücken der Machtergreifung durch die NSDAP schrieb, dem Vorgang der Gleichschaltung des Einzelnen deutlich kritischer gegenüber.

Während Brechts Fassung von 1938 für die Verwandlung des Protagonisten die damals neu entwickelten Methoden der Fließbandproduktion aufgriff, überträgt diese Inszenierung die Entmenschlichung des Individuums ins Heute, wo virtuelle Welten unser Menschenbild maßgeblich verändern.

Im Setting eines fiktiven Computerspiels verschmelzen Realitäten und werden Menschen zu steuerbaren Objekten. Neue Technologien wie „Augmented Reality“ bilden einen interaktiven Raum, in dem die realphysische Welt von virtuellen Elementen überlagert wird. Die Steuerung analoger Dinge (things), das sogenannte Internet of Things, stellt die Fragen nach dem freien Willen des Individuums und der Beeinflussbarkeit durch die mediale Welt neu.

 

 

PRESSE

www.drehpunktkultur.at/index.php/auf-den-buehnen/theater-kabarett/12474-von-einem-der-nicht-nein-sagen-konnte

 

Inszenierung


Schauspiel: Anton Andreew, Maximilian Menzel, Sophia Schiller, Anna Seeberger, Jonathan Stolze

Regie: Diana Merkel
Ausstattung: Theresa Staindl
Interaction: Jan Fiess
Sounddesign: Jan Fredrich
Dramaturgie: Yvonne Gebauer
Tanz: Sati Veyrunes
 

Termine

Premiere 04. Oktober 2018 um 20 Uhr
Weitere Vorstellung: 06. Oktober 2018 um 20 Uhr

Ort: Theater im KunstQuartier, Paris-Lodron-Str. 2a, 5020 Salzburg

Karten:
Eintritt frei!
Reservierungen unter:
Tel.-Nr.: +43 662 6198 3121
(Mo. - Fr., 9.00 - 12.00)
E-Mail: schauspiel@moz.ac.at