gender moves

Andrea Zimmermann

 

Wie angesichts aktueller Debatten deutlich wird, ist es an der Zeit, das Theater aus der Perspektive der Gender Studies in einer umfassenderen Weise in den Blick zu nehmen, als es bisher geschehen ist: Es gilt nicht nur Inszenierungen, Performances und Theatertexte zu analysieren, sondern auch die Institution des Theaters auf soziale Ungleichheit und vor allem auf Weisen der Vergeschlechtlichung zu untersuchen. So stellt sich die Frage, wie sich das Theater als Ort sowohl der Reproduktion als auch der Transformation von Geschlechternormen fassen lässt. Welche Rolle spielt dabei der Zusammenhang von Produktionsprozessen und Performances bzw. Inszenierungen? Anhand konkreter Beispiele werden Herausforderungen einer inter- und transdisziplinären Analyse skizziert und es wird danach gefragt, wie auch Ansätze von art based research eingebracht werden können.

Andrea Zimmermann ist Oberassistentin (Postdoc) am Zentrum Gender Studies der Universität Basel. Sie hat an der Universität Zürich zur Kritik der Geschlechterordnung in zeitgenössischen Theatertexten promoviert. Seit 2015 ist sie darüber hinaus Dozentin am Thomas-Bernhard-Institut der Mozarteum Universität Salzburg. Derzeit habilitiert sie zu "Staging Politics of Gender and Affect“. Ihre Forschungsschwerpunkte sind feministische Kritik, Theater, Drama, Affect Studies, Theorien der Mimesis und der Performativität.

Publikationen: „Kritik der Geschlechterordnung. Selbst-, Liebes- und Familienverhältnisse im Theater der Gegenwart, Bielefeld 2017; „Wir sind das Volk“. Emanzipatorische Politiken der Erinnerung im Theater der Gegenwart, feministische studien 2018/2, 286-304; Christa Binswanger & Andrea Zimmermann (2018) Queering the Palimpsest: Affective Entanglement Beyond Dichotomization, Studies in Gender and Sexuality, 19/2, 106-119