gender moves

Gertraud Steinkogler-Wurzinger

Teufel auch! Dieser Tritonus!
Gedanken zur Leiblichkeit des Hörens aus feministischer Sicht

 

Am Anfang steht einerseits die Devise "Das Private ist politisch" und andererseits nach Gerda Lerner die Überzeugung, dass Geschlechtszugehörigkeit die Erkenntnis entscheidend mitbestimmt. So erzählt der Vortrag an Hand einiger autobiografischer Daten, wie feministische Ansätze die Reflexion über ihr Lebensthema – Stimme und Hören – politisiert und ein feministisches Grundstudium sie mit einem herrschafts- und machtkritischen Ohr ausgestattet haben:
Was sangen wohl die Sirenen, dass Odysseus sich aus Angst davor an den Segelmast binden und seinen Gefährten Wachs in die Ohren träufeln ließ? Und dass das auditive Gefahrensignal – ein Tritonus (Rettung, Feuerwehr, etc.) heute noch „Sirene“ heißt? Ein Plädoyer für das Hören wider die Hypertrophie des starren Blicks.

Gertraud Steinkogler-Wurzinger studierte Kirchenmusik, Gesang und Musikwissenschaften an der Universität Mozarteum und an der Paris Lodron Universität Salzburg. Ein Stipendium des British Council für "Early Music " führte sie als Post Graduate an die Guildhall School/ London. 1989 gründete sie den Belcantochor Salzburg; seit 1990 zunächst Lehrbeauftragte dann Vertragslehrerin an der Universität Mozarteum, dort auch zwischenzeitlich Vizerektorin, Senatsvorsitzende und Gleichstellungsbeauftragte; Gründung und Leitung des Instituts für Gleichstellung und Gender Studies; seit 2009 Präsidentin der Internationalen Gesellschaft für Ekmelische Musik.