gender moves

Katharina Rost

Theater, Gender und Kostüm. Im Spektrum von Cross-Dressing, Drag-, Queer- und Pop-Performance.

 

Welche Kostüme haben welche Wirkung? Wie steht Kleidung in Verbindung zu Gender-Vorstellungen? Wie geht das Gegenwartstheater mit Kostüm und Gender um? Diese Fragen stehen im Zentrum der hier angestellten Überlegungen zum Zusammenhang von Theater, Gender und Kostüm. Unter Berücksichtigung der Modeforschung seit den ausgehenden 1990er Jahren bis heute, z. B. von Diana Crane, Joanne Entwistle oder Philipp Dorestal, die sich primär auf die soziokulturellen Bedeutungen und Wertungen von Kleidung konzentriert, wird der Blick auf aktuelle Theater-Arbeiten gerichtet, bei denen sowohl die Kostüme als auch die Gender-Verhältnisse markant hervortreten. Der Fokus geht dabei über das theaterhistorisch verankerte und dadurch per Konvention ohnehin zu erwartende Cross-Dressing hinaus und zielt auf vestimentär kreierte Widersprüche, die nicht problemlos in den Kategorien „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ aufgehen und dadurch möglicherweise Wirkungen von Verunsicherung bis Irritation hervorbringen.

Katharina Rost ist seit 2017 Postdoc-Stipendiatin des Programms „Exzellente Wissenschaftlerinnen für die Universität Bayreuth“ und arbeitet an einem Forschungsprojekt zu Female Masculinities in der Popmusik. 2015 promovierte sie an der Freien Universität Berlin zum Hören und zur Aufmerksamkeit im Theater („Sounds that matter“, 2017). Von 2008 bis 2016 arbeitete sie am Institut für Theaterwissenschaft der FU Berlin als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Sie gehört der Gender-AG der Gesellschaft für Theaterwissenschaft, der Fachgesellschaft Gender e.V. sowie seit kurzem auch der in Bayreuth lokalisierten Gruppe Gequindi an. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Sound Design, Musik und Geräuschemacherei für das Theater, Theaterarchitektur und Akustik, Modegeschichte, Geschlechterforschung, Queer Theory, Gender und Popmusik. Darüber hinaus war sie als Mitarbeiterin der Pressearbeit bei Festivals, wie z. B. „Tanz im August“, und als künstlerische Assistentin der Tanzcompagnie „Dance On“ bei den Projekten des Regisseurs Rabih Mroué sowie der Choreografin Deborah Hay tätig.